Armut ist sexistisch

Warum wir im Kampf für das Ende extremer Armut Frauen und Mädchen in den Mittelpunkt stellen müssen

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In Deutschland sterben pro 100.000 Geburten 7 Frauen während oder direkt nach der Geburt. In Sierra Leone sind es 1.100. Sie haben richtig gelesen. Für eine Frau in Sierra Leone ist die Wahrscheinlichkeit, bei der Geburt zu sterben, mehr als 157-mal größer als für eine Frau in Deutschland.

Kaum eine andere Zahl dürfte so eindrucksvoll vor Augen führen, wie ungerecht es ist, dass der Geburtsort darüber entscheidet, ob man leben darf oder sterben muss.

Und hinter dieser statistischen Zahl verbergen sich reale Zustände und Schicksale. In einem Teil der Welt: Krankenhäuser mit flackernden Decken- leuchten, häufigen Stromausfällen und blutbe- fleckten Laken sowie einem chronischen Mangel an Material, Pflegepersonal und Ärzten; weinende Ehemänner und Eltern, Kinder, die geschockt sind, weil Mama nicht mit einem neuen Schwesterchen oder Brüderchen nach Haus kommt – oder gar nicht mehr nach Hause kommt. Und im anderen Teil der Welt das genaue Gegenteil: die Gewiss- heit, dass eine Frau, die sich zur Geburt ihres Kin- des ins Krankenhaus begibt, in aller Regel nach einigen Tagen bei bester Gesundheit mit dem Neugeborenen zu ihrer Familie zurückkehrt – mit all den Glücksgefühlen und den Verheißungen für die Zukunft, die solchen Momenten innewohnen.

Die Probleme und Ungerechtigkeiten, denen Frauen und Mädchen in Entwicklungsländern gegenüberstehen, sind zahlreich. Sie erstrecken sich über alle Aspekte des Lebens und schlie- ßen strukturelle, soziale, ökonomische und poli- tische Barrieren ein – Barrieren, die für Männer und auch Frauen in rei- cheren Ländern viel niedriger sind.

Die Zahlen sind ernüchternd, nicht nur im Hinblick auf die Müttersterblichkeit. Täglich werden fast 40.000 Mädchen unter 18 Jahren zwangsverheira- tet und sind damit einem höheren Missbrauchsri- siko durch ihren Ehemann ausgesetzt. Nur wenig mehr als 20 Prozent der Mädchen aus armen Fa- milien im ländlichen Raum beenden in Afrika die Grundschule, weniger als 10 Prozent erreichen die mittlere Reife und schließen die Hauptschule ab und in vielen Ländern verdienen erwerbstätige Frauen 10 – 30 Prozent weniger als Männer. Dazu kommt, dass Frauen häufig keinen Zugang zu Grundbesitz, sicherer Energieversorgung, Tech- nologie, Erbschaften und Finanzdienstleistungen haben. Nur 22 Prozent aller Parlamentsabgeord- neten auf der Welt sind Frauen. Frauen können durch Korruption überdurchschnittlich stark ge- troffen werden, weil sie unter einem begrenzten Zugang zu Ressourcen, einer geringeren Teilhabe am politischen Leben und einem schwächeren Schutz ihrer Rechte leiden. Obwohl Frauen in vielen Lebensbereichen den Großteil der Lasten schultern – zu Hause, bei der Arbeit und in der Gemeinschaft – werden sie durch kulturelle und rechtliche Schranken Opfer struktureller Gewalt. Auf der ganzen Welt schlägt sich der Sexismus, die Geringschätzung und die Misshandlung von Frauen darüber hinaus in physischer und sexu- alisierter Gewalt nieder. Ganz abgesehen davon, dass dies eine klare Verletzung der Menschen- rechte darstellt, werden ganze Gesellschaften in ihrer Produktivität eingeschränkt. Stellen Sie sich vor, Sie müssten auf dem Feld arbeiten, ein Auto reparieren oder eine Software programmieren, während Ihnen ein Arm auf den Rücken gebun- den ist. Genau das ist die Lage, in die sich eine Gesellschaft bringt, wenn sie das Potenzial ihrer Frauen ignoriert.

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