Shakis Boxschule verändert Kampala zum Besseren
Mädchen und Frauen

Shakis Boxschule verändert Kampala zum Besseren

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130 Millionen Mädchen gehen derzeit nicht zur Schule

Geschichte und Fotos von David Meffe

Hinter einem schweren, eisernen Tor im Zentrum von Kampala steht ein einstöckiges Backsteinhaus mit einem flachen Dach aus Alluminium-Wellblech, das von einer Unterkonstruktion aus Holzbalken gestützt wird. Im Gebäude fällt die Morgensonne durch zwei ins Dach eingelassene durchsichtige Kunststoffplatten in den Raum darunter.

Shakira Mohammad Mukungus Stimme übertönt die Geräuschkulisse von schwerem Atmen und dem rhythmischen Bum-bum-bum, mit dem ein Sandsack Schläge einsteckt. In einem Rahmen an der Wand schaut Mohammad Ali von einer verblichenen Kohlezeichnung anerkennend in die Runde.

Shakira Mohammad Mukungus – Managerin des East Coast Boxing Clubs in Kampala

Shakira – oder Shaki, wie die meisten sie nennen – ist seit drei Jahren Managerin des East Coast Boxing Clubs. In einer Umgebung, die eher an ein Gemeindezentrum als einen traditionellen Boxclub erinnert, trainieren hier über vierzig junge Männer, von denen der jüngste gerade einmal sieben ist. Manche von ihnen trainieren bis zu zweimal am Tag. Jeder, der den Club betritt, begrüßt Shaki respektvoll mit „Big Mama”, einem liebevollen Spitznamen, den sie voller Stolz trägt. Dank harter Arbeit und ihren unternehmerischen Fähigkeiten, kann Shaki ihre beraterische Erfahrung und ihre Leidenschaft fürs Boxen nun dazu nutzen, um Jugendliche aus dem Viertel zu motivieren.

„Einige dieser Jungs waren schwer zu knacken“, sagt sie. „Manche waren Diebe, die meisten bloße Nichtsnutze. Sind vielleicht hin und wieder zur Schule gegangen oder haben auf dem Markt Kisten geschleppt. Wir ermutigen sie, einem Gewerbe nachzugehen oder wieder regelmäßig die Schule zu besuchen, damit sie eine Chance haben. Wenn sie talentiert genug sind, können sie als Boxer Karriere machen, aber auch sonst sollte das Boxen zu etwas gut sein.“

Neben dem Betrieb des Boxclubs leitet Shaki ein Programm zur Vermittlung persönlicher Boxtrainer*innen, das vermögende Kunden in der ganzen Stadt mit jungen Boxer*innen aus ihrem Club zusammenbringt. Ein Teil der Einnahmen fließt in den Club, während der Rest den jungen Boxer*innen helfen soll, das Geld für die Schulkosten zusammenzubekommen, oder ihre Familien zu unterstützen.

Joshua Tukamuhebwa ist achtzehn, trainiert seit sieben Jahren bei East Coast und ist nationaler Jugendchampion. „Da draußen gibt’s immer Ärger“, sagt er. „Aber hier drin zählt nur Kraft und Konzentration.“

Zwischen seinen Besuchen im Club macht er mit Shaki Hausbesuche, um Trainingsstunden zu geben. Das, so sagt er, ermöglicht es ihm etwas für die Zukunft zurückzulegen. „Dank der Trainingsstunden kann ich Geld verdienen und mich gleichzeitig verbessern.“

Joshua Tukamuhebwa gibt zusätzliche Trainingsstunden und kann sich so etwas dazu verdienen

Shaki ist überzeugt, dass junge Leute, ganz gleich ob Boxer*in oder nicht, Disziplin brauchen. Denn die ist in ihren Augen der Schlüssel zu einem produktiven Leben. Bei der Eröffnung des Box Clubs haben die Menschen im Viertel es noch mit Sorge betrachtet, dass sie jungen Leuten das Kämpfen beibringen will. Deshalb ließ der Club seine Boxer*innen von Anfang an bei der nächsten Polizeistation registrieren. Die Regeln sind klar: Wer sich Ärger mit dem Gesetz einhandelt, der fliegt.

„Boxen gehört zu den diszipliniertesten Sportarten überhaupt“, sagt Shaki. „Selbst, wenn jemand auf der Straße versucht mit einem unserer Jungs Ärger anzufangen, wissen sie einen kühlen Kopf zu bewahren und an die Konsequenzen zu denken.“

Shaki ist die einzige weibliche Trainerin des Clubs, aber inzwischen trainiert sie drei junge Frauen – die ersten im Club.

Latifah ist eine der Mädchen, die nun auch von Shaki trainiert werden

„Die Eltern hatten Angst, ihre Töchter herzuschicken, wegen der vielen jungen Männer hier“, erzählt Shaki. „Doch jetzt kommen auch die Schwestern der Jungs vorbei und sie sind zäher als man glaubt.“

East Coast gilt längst als anerkannte Säule der örtlichen Gemeinschaft. Mit Shaki als treibender Kraft, die den Jugendlichen auf die Finger schaut und ihnen Möglichkeiten weit über die Wände des Clubs hinaus aufzeigt.

Der Boxclub von Shaki ist für viele junge Menschen ein wichtiger Treffpunkt geworden

„So viele junge Leute in diesem Viertel vergeuden ihr Leben“, sagt sie, während sie sich zwischen den Trainingsrunden den Schweiß von der Stirn wischt. „Sie haben diese enorme Energie, aber kein Ventil, um sie rauszulassen. East Coast hält sie fern von Kriminalität, Drogen und Prostitution.“

„So wird Sport zur Therapie.“

130 Millionen Mädchen gehen derzeit nicht zur Schule

Ohne Bildung wären Sie nicht da, wo Sie heute sind.
Aber weil Armut sexistisch ist, bleibt dieses fundamentale Recht auf Bildung 130 Millionen Mädchen weltweit verweigert. Bildeten alle Mädchen, die nicht zur Schule gehen können, ein Land – es wäre das zehntgrößte der Welt, größer als Japan oder Deutschland.Alle Kinder verdienen gute Bildung, aber in den ärmsten Ländern wird Mädchen der Zugang häufiger verwehrt als Jungen. Bildung ist unerlässlich, um der Armut zu entfliehen. Jedes zusätzliche Jahr, das ein Mädchen zur Schule geht, erhöht ihr zukünftiges Einkommen. Das wiederum stärkt ihre Familie, ihr Umfeld und ihr Land.
Wir können es uns nicht leisten, das Potential von 130 Millionen Mädchen zu vergeuden – von Mädchen, die Krankheiten heilen, Kriege beenden, brillante Technologien entwickeln oder eine Industrie revolutionieren könnten.
Deshalb überwinden wir, was uns trennt, und setzen uns gemeinsam dafür ein, dass jedes Mädchen die Schule besuchen kann und eine gute Bildung erhält. 
Dabei brauchen wir Ihre Unterstützung.
Ihre Bildung hat es Ihnen ermöglicht, dorthin zu gelangen, wo Sie heute sind. Und heute können Sie dazu beitragen, dass Millionen von Mädchen ebenfalls Zugang zu Bildung erhalten. Bitte handeln Sie jetzt – machen Sie sich für wirksame politische Maßnahmen und die notwendigen Finanzmittel stark.Zeigen Sie uns, dass Politik den Menschen dienen kann – und fangen Sie bei denjenigen an, die es am meisten brauchen.

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