15. Mai 2020
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15. Mai 2020

Afrika: Hungersnot durch Ausgangssperren? / „Nicht auf neue Pandemie warten“ / Burundi weist WHO-Mitarbeiter*innen aus

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1. Afrika: Hungersnot durch Ausgangssperren?
Anne Backhaus und Ella Okunmwendla berichten in einer Spiegel-Reportage über die Auswirkungen des Lockdowns in Afrika auf Straßenverkäuferinnen in Ghana. Afrika habe insgesamt mit schnellen und konsequenten Maßnahmen auf das Coronavirus reagiert. Die Gesamtzahl der Infizierten auf dem Kontinent sei mit unter 50.000 im Vergleich zu Europa mit 1,7 Millionen gut eingedämmt worden. Gerade die Schutzmaßnahmen wie Ausgangsbeschränkungen und Abstandsregelungen rauben aber vielen Menschen ihre Verdienstmöglichkeiten. Ein Großteil der Bevölkerung, etwa 60 bis 90 Prozent, arbeiten im informellen Sektor. Genau diese Tätigkeiten seien derzeit nicht mehr möglich. Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) warnt, dass dadurch das Einkommen von gut 1,6 Milliarden Menschen aus diesem Sektor gefährdet sei. Die meisten haben keine Rücklagen und können sich ohne ihr Einkommen keine Nahrung leisten und stehen vor einer Hungersnot. Wie unter anderem das Redaktionsnetzwerk Deutschland und evangelisch.de melden, gibt es in zwei Geflüchtetenlagern im Südsudan die ersten Infektionen mit dem Coronavirus. Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen hatte bereits vor diesem Szenario im Südsudan gewarnt. Das Gesundheitssystem des Landes gelte als eins der schwächsten weltweit. Die Lager mit bis zu 120.000 Vertriebenen seien besonders von einer raschen Ausbreitung gefährdet. Körperliche Distanz sei unmöglich, wie Claudio Migletta, Landesdirektor von Ärzte ohne Grenzen, erklärt.

2. „Nicht auf neue Pandemie warten“
In einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung appelliert Novartis-Chef Vasant Narasimhan dafür, bereits jetzt nachhaltig Gesundheitssysteme zu stärken. Ermahnt an, damit nicht bis zu einer nächsten globalen Gesundheitskrise zu warten. Laut Narasiman scheitere die möglichst baldige Bereitstellung eines Impfstoffs gegen Corona nicht an der Finanzierung, sondern an dem Aufwand und der Zeit, die es benötige, um einen neuen Impfstoff zu entwickeln, testen und produzieren. Während er die Lage für Europa optimistisch einschätzt, bleibe das Szenario für Afrika noch kritisch. Dort könne es noch zu stärker steigenden Infektionszahlen als bisher kommen, so Narasimhan. Die Erfahrungen mit früheren Epidemien wie etwa der Schweinegrippe 2009 zeige, dass reichere Länder immer zuerst mit Impfstoffen versorgt werden. Er appelliert, dass die Produktionskapazitäten deswegen so ausgebaut werden sollten, dass Menschen auf der ganzen Welt zur gleichen Zeit Zugang zu einem Impfstoff bekommen können.

3. Burundi weist WHO-Mitarbeiter*innen aus
Wie unter anderem die Tageszeitung (taz), Focus Online, Yahoo Finanzen und die Deutsche Welle melden, weist Burundis Regierung Expert*innen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aus. Vier Mitglieder des Expertenteams der WHO seien vom burundischen Außenministerium in einem Brief an die afrikanische WHO-Vertretung zu „unerwünschten Personen“ erklärt worden. Bis Freitag müssen sie das Land verlassen. In dem Schreiben sei kein Grund für die Ausweisung genannt worden. Derzeit stehe die Präsidentschaftswahl in Burundi kurz bevor. Der Wahlkampf für den derzeitigen Präsidenten Pierre Nkurunziza laufe wie gewohnt ab, ohne Hygienemaßnahmen für Corona. Ein burundischer Beamter habe berichtet, der Gesundheitsminister werfe der WHO eine „unangemessene Einmischung in dem Umgang mit dem Coronavirus“ vor. Der burundische Menschenrechtsaktivist Pacifique Nininahazwe sei wenig überrascht über die Entwicklung. Er vermutet, die Regierung wolle so vor der Präsidentschaftswahl am 20. Mai „Zeugen“ loswerden, da das Land keine internationalen Beobachter*innen für die Wahlen akkreditiert habe.

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